Warum die meisten Tai Chi Schüler in den falschen Tai Chi Schulen sind

Wenn wir Tai Chi Schulen suchen, dann ist es meistens für die Verbesserung der Lebensqualität. Je nach individuellen Vorstellungen sucht man sich dann eine Schule, die einem „gut tut“.

Von der Tai Chi Schule zum Krankenhaus

Das Risiko sich in Tai Chi zu verletzten ist sehr viel höher als im Kung Fu Training. Grund sind die langsamen Bewegungen, die im falschen Winkel die Knie und den Rücken bei regelmäßigem Training schädigen können. Es wird wesentlich mehr Spannung gebraucht eine langsame Bewegung aufrecht zu erhalten als eine schnelle Bewegung schwungvoll zu beenden. Tai Chi bedeutet jedoch den Ausgleich zwischen Yin und Yang im Körper und Geist herzustellen, somit ist jede Bewegung langsam und jede Bewegung ist mit Kraft zunehmen und Kraft abnehmen (entspannen) gleichmäßig stabilisiert. Die falsche Technik führt somit schnell zu körperlichen Problemen.

Stress richtig bewältigen

Wir wissen, dass Tai Chi jeweils auch die Qi Gong und Kung Fu Prinzipien enthält, somit ist die Atmung, Entspannung und Anspannung sehr wichtig um Fortschritte in Tai Chi zu machen um letztendlich gesundheitliche Verbesserungen zu erzielen. Ein Hauptaugenmerkt, welches die meisten gesundheitlichen Probleme auslöst, ist Stress. Das ist im Konzept der klassischen chinesischen Medizin eine innere Unruhe, die im Herz den Hauptsitz hat. Bei Stress schlägt unser Herz schneller und der kleine Kreislauf, der für die Versorgung der Gefäße zuständig ist, stagniert – die Hände werden kalt. Wenn wir laufen ist unser innerer Kosmos in Balance, denn Herz und Kreislauf arbeiten zusammen und die Durchblutung verbessert sich. Das Konzept von Stress ist ein inneres Ungleichgewicht, das durch mentale Unruhe ausgelöst wird. Die einzige Lösung eine mentale Unruhe auszugleichen ist eine kontrollierte Atmung, auf die man sich konzentriert und somit aktiv langsam atmet in einem 6 bis 8 Sekunden Interval. Durch eine langsame aktive Atmung sind unsere Gedanken auf unseren inneren Kosmos gerichtet und das Herz muss mit jedem Sauerstoffpaket arbeiten, das über die langsamere Atmung hineinkommt – sprich das Herz muss sich verlangsamen und somit wird unsere innere Unruhe ausgeglichen. All das passiert in Tai Chi, denn die Koordination von Atmung und Bewegung ist entscheidend um ruhig zu bleiben, der langsame Biorythmus ist für unser Herz und unsere mentale Ruhe wichtig.

Die innere Energie nutzen (Die Kraft Qi)

Ein weiteres Argument warum man Tai Chi lernen will ist der Umgang mit Qi. Jede Schule hat hier ihre tollen Phrasen, die in Wirklichkeit niemand versteht. Durch das richtige Training von Yin und Yang und der Koordination der Wechselwirkung von Kraft und Entspannung können wir Qi kontrolliert im Körper einsetzen. Durch eine Spiralbewegung geben wir Qi eine Richtung und können Qi somit lenken. Alle inneren Bewegungen, die vorausgesetzt sind um Tai Chi richtig auszuführen, entscheiden über den effizienten Einsatz von Qi. Es ist somit lächerlich zu glauben, dass die Qi Kontrolle in einem Wochenendkurs erlernt werden kann, durch eigene Erfahrungen mit meinen Schülern dauert ein Verstehen dieser Kunst ungefähr zwischen 10 und 15 Monate, tägliches Training wird vorausgesetzt.

Körperhaltung verbessern

Die Position unseres Körpers entscheidet wie viel Kraft wir mit dem Dantian einsetzen können. Eine falsche Position kann sich schlecht auf den Kraftweg auswirken und somit die innere Energie (Qi) beeinträchtigen. Der Kopf hat den höchsten Punkt und somit den größten Hebel, die Position des Kopfes entscheidet über die Kraftrichtung des Körpers, die Füße sind elastisch und flexibel, wenn Kraft auf die Füße einwirkt, dann rollen wir ohne Widerstand in die gewollte Richtung. Ab- und Aufrollen von Ferse und Zehen sind bei beiden Füßen gleichzeitig wichtig um ohne Widerstand in die Kraftrichtung zu kommen und diese weiterzuleiten. Das Wichtigste zwischen Kopf und Fuß ist aber die Hüfte, die Hüfte hält den Sitz von Kraft und Entspannung, denn die Hüfte ist im Zentrum der Ruhe, wo beide Kräfte einwirken um unseren Körper auszugleichen und um in der Position Ruhe zu finden. Wenn die Körperhaltung vorher falsch war, wird sich aus Gewohnheit die korrigierte Körperhaltung nicht angenehm anfühlen.

Der Unterschied zwischen Wellness und Tai Chi

Wellness ist für uns ein angenehmes Wort verbunden mit einer angenehmen Situation in der wir uns so weit wie möglich entspannen können. Tai Chi ist ein harter Weg um Entspannung zu lernen, denn wer Tai Chi lernen will, muss zuerst mit seinen Problemen klarkommen und diese korrigieren, dadurch erlangen wir Ruhe und eine bessere Lebensqualität – für langjährige Tai Chi Schüler ist es ein Weg der Überwindung aber auch der Bereicherung, damit jeder Tag zum Welllness-Tag wird.

Tai Chi ist eine Tradition

Es ist vollkommen gleich welcher Stil oder Familie das Tai Chi angehört, die Prinzipien sind stehts die Gleichen. Das wichtigste Kriterium um Tai Chi qualitativ erlernen zu können ist der Trainer/Meister. Wer Tai Chi als Kulturerbe lebt, kümmert sich um den Erhalt dieser speziellen Bewegungsform, für jene, denen es im Tai Chi um Gesundheitskultivierung geht, beschäftigt man sich mehr um das persönliche Befinden durch tägliche Übung. Tai Chi als Kulturerbe entwickelt sich von Generation zu Generation über den Meister aufs Neue, die gesammelten Erfahrungen sind die Kriterien die den Stil heute ausmachen.

Wir wissen, dass es wichtig ist, wer Tai Chi unterrichtet und die Prinzipien weitergibt. Kurzjährige Trainer, die somit Tai Chi im Schnellverfahren gelernt haben, richten mehr Schaden bei ihren Schülern an als gesundheitlichen Nutzen. Deshalb ist Tai Chi eine Tradition, eine Linie, in der normalerweise der Meister entscheidet wer Tai Chi weitergibt unabhängig von dem Geld, das in die Ausbildung geflossen ist. Solche Schulen gibt es leider wenig, denn das Ideal von Tai Chi leben heute nur wenige Meister selbst in China.

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