Das Wesen der Natur

Tai Chi und Qi Gong sind Übungssysteme die uns Wege zurück zu unserer wahren Natur oder Wesensart aufzeigen. Die Natur des Menschen ist geprägt von Erfahrungswerten und gesellschaftlicher Konditionierung. Wie oft habe ich die Aussagen oder „das ist halt so in dem Alter“ oder „da kann man nichts daran ändern“ in Bezug auf Alterungsprozesse oder den Verlauf einer Erkrankung gehört. Der Ablauf des menschlichen Lebens von der Geburt bis zum Tod ist ein Prozess, dessen Verlauf nicht beeinflussbar ist, so wird es oft dargestellt.

Die zwei Naturen

Doch das ist mit Nichten der Fall, wir haben die Möglichkeit unser Leben zu gestalten und den Verlauf der Dinge maßgeblich zu beeinflussen. Um dies zu tun muss man wissen das es zwei Naturen gibt, die offensichtliche und die verborgene Natur. Solange man nur die sichtbaren Phänomene betrachtet wird, man den keinerlei Möglichkeiten haben um positive Veränderungen zu erreichen. Die meditative Körperarbeit des Tai Chi und Qi Gong bieten die Möglichkeit den Schleier zu lüften und tiefe Einblicke in Ursache und Wirkung, von sonst unerklärlichen Phänomenen zu bekommen. Vergleicht man das Leben mit einem Computerprogramm, ist es so als ob man lernt zu Programmieren. Mit einem Mal gibt es keine vorgegebenen, absolut unveränderlichen Dinge, sondern nur Rahmenbedingungen. Es eröffnet sich die Möglichkeit das Programm innerhalb dieser Rahmenbedingungen zu optimieren, anstatt sich als Nutzer mit den Mängeln und Fehlfunktionen herumzuschlagen.

Lernen durch beobachten der Natur

Um die verborgene Natur, zu verstehen und vom Nutzer zum Programmierer zu werden, ist es notwendig die eigene Natur genau zu Studieren. Man muss seinen Geist zur Ruhe bringen und innerlich zurücktreten, die Klarheit der Beobachtung bringt Wissen. Oder wie es im Tao Te King(Das Buch vom Sinn und Leben) so schön ausgedrückt wird: „Der Weise macht das Nichtmachen, so kommt alles in Ordnung“. Viele Komplikationen und Schwierigkeiten entstehen durch den Irrglauben diese oder jenes tun zu müssen, obwohl sich die Dinge ohne dieses Zutun viel harmonischer entfalten würden.

Den Energiefluss möglich machen

So geht es auch im Tai Chi weniger darum den Energiefluss durch bestimmte Methoden anzuregen, als ihn einfach besser möglich zu machen. Bringt man die Gelenke in die richtige Position so öffnen sich die Energiewege (=Meridiane) und eine Bewegung kann „passieren“. Auch die Atmung ist eine solche Bewegung und gewinnt durch die korrekte Körperhaltung an Tiefe. Wie die Gelenke korrekt ausgerichtet sein müssen um dies zu erreichen, muss man erspüren und durch direkte Wahrnehmung erfahren. Die Führung durch einen qualifizierten Lehrer ist hier von unschätzbarem Wert. Die Meditative Innenschau, das Erkennen von Vorgängen und Zusammenhängen. Das ist der Weg zu wahrem Wissen, das ist der Weg des Tai Chi.

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