Meditation und Konzentration

Gerade Menschen die in einer Großstadt wie Wien leben, können von der Meditationspraxis in Verbindung mit Tai Chi enorm profitieren. Meditation ist ein Weg das Bewusstsein zu entwickeln und zu erweitern. Eine Vielzahl von positiven Wirkungen kann durch die Arbeit mit dem Bewusstsein erzielt werden. Mehr Gelassenheit, die verbesserte Fähigkeit mit Stress umzugehen, die regenerative Wirkung auf das Gehirn, um nur einige zu nennen.  Auch Tai Chi ist eine Form der Meditation, die den Menschen in seiner Gesamtheit begreift und alle Teile unseres Wesens miteinbezieht. Das heißt die Übung von Tai Chi Chuan und Qi Gong schließt die Disziplin der Meditation mit ein. Meditation kann aber auch gesondert geübt werden und die Praxis vertiefen.

Was ist Meditation eigentlich?

Um zu verstehen was Meditation ist, wie und warum sie funktioniert ist es notwendig zu verstehen, was das wesentliche Grundprinzip dahinter ist. Das Konzept der Meditation beruht auf der Erkenntnis das wir eine bewusste Energie, ein bewusstes Wesen sind, um das herum alles andere wie die Schichten einer Zwiebel angeordnet ist. Dieses Bewusstsein nimmt alles war und trägt unsere gesamte Natur mit allem was dazugehört. Was wir also in Wirklichkeit sind, ist nicht der Körper, Emotionen oder Gedanken, sondern eine bewusste Energie, das zentrale Wesen (=Seele). Dieses zentrale Wesen ist das, was den Körper, die Emotionen, die Gedanken und die gesamte Welt um uns herum wahrnimmt. Dieses zentrale Wesen das wir in Wirklichkeit sind, ist mit dem gesamten Universum verbunden.

Umkehrung des Bewusstseins

Dies ist der erste Schritt hin zur Meditation, die Identifikation mit den Wahrgenommenen Dingen zu beseitigen. Grundsätzlich kann dieses jetzt befreite Bewusstsein, in zwei Richtungen ausgerichtet werden, nach innen oder nach außen. In der Meditation ziehen wir das Bewusstsein von außen nach innen hin zurück und richten es auf unser zentrales Wesen hin. Dabei ist es nicht notwendig sich zur Ruhe zu zwingen, ein nahezu unmögliches unterfangen. Es genügt die Gedanken und Emotionen unbeachtet zu lassen und sich anstatt dessen nach innen zu wenden. Eine Methode hierfür ist die Konzentration auf einen Punkt, zum Beispiel in der Mitte der Brust oder zwischen den Augenbrauen oder aber am Scheitelpunkt des Kopfes. Man kann sich an dieser Stelle einen Lichtpunkt vorstellen und diesen dort verankern. Mit fortdauernder Übung wird dieser Punkt immer klarer und es beginnt sich eine ruhige Gelassenheit einzustellen.

Keine bestimmte Körperhaltung notwendig

Grundsätzlich ist Meditation in jeder Situation und Körperhaltung möglich, so kann man beim Gehen, im Stehen oder aber auch im Liegen die Innenschau üben. Da aber beim Liegen die Gefahr besteht einzuschlafen ist eine aufrechte Körperhaltung zu empfehlen. Eine ruhige Umgebung mit frischer Luft, nicht zu kalt und nicht zu heiß ist sehr förderlich. Die Wirbelsäule soll möglichst gerade sein und die Atmung gleichmäßig durch die Nase erfolgen. Lockerungsübungen  vor der Meditation ausgeübt, helfen eine natürlich entspannte Grundhaltung einzunehmen.

Die Reise zum Mittelpunkt unseres Seins

Durch die regelmäßige Kontemplation wird sich das Gefühl der Entspannung und der ruhigen Gelassenheit mehren. Die Gedanken werden klarer, ein Zeichen dafür, das wir unserem zentralen Wesen näherkommen. Dieser Prozess ist mit dem Tauchen vergleichbar, je tiefer man abtaucht um so weniger beeinträchtigen einen die Stürme und Turbulenzen an der Oberfläche. Um so tiefer wir in unser Bewusstsein eindringen ,umso weniger kümmern uns die Turbulenzen und Aufregungen der äußeren, aufgeregten Natur. Von jedem Tauchgang nimmt man etwas von den Schätzen aus den Tiefen unseres Bewusstseins mit: Ruhe, Gelassenheit, Stärke.

Der Weg der Taoisten

Völlig falsch wäre es aber, den Körper und die restliche menschliche Natur zu vernachlässigen, oder gar zu verneinen. Vielmehr geht es in der taoistischen Praxis darum, die Natur zum positiven zu verändern. Ziel ist es die Ruhe, Gelassenheit und die friedvolle Stärke unseres zentralen Wesens in die äußere Natur zu bringen und dort zu verankern. Unser zentrales Wesen folgt den himmlischen Prinzipien von Klarheit, Ruhe und Freude. Diese Prinzipien können in das Alltagsleben übertragen werden und positiv auf die Natur einwirken. Es ist die Aufgabe des Menschen der taoistischen Philosophie folgend ,Himmel und Erde zu verbinden. Meditation in Verbindung mit Tai Chi ist ein hervorragender Weg, um dies zu verwirklichen.

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