Nur keine Angst vor Fehlern!

Als Tai Chi Lehrer höre ich immer wieder, meistens von Anfängern in meiner Schule, das Sie ja gerne geübt hätten aber Angst gehabt haben sich etwas „Falsches“ einzulernen. Doch ist diese Angst völlig unbegründet, denn „Fehler“ sind auf diesem Weg nicht nur unausweichlich, mehr noch als das sind sie auch hilfreich. Korrigierte Fehlentwicklungen prägen sich nämlich besonders gut ins Gedächtnis ein. Das einzig wirklich Falsche das man tun kann, ist nämlich zwischen Trainings in der Schule gar nicht zu Üben. Es stimmt schon, Muster die man sich über längere Zeit einübt sind schwer wieder loszuwerden, aber es ist eine der Hauptaufgaben eines Tai Chi Lehrers so etwas zu erkennen und sofort zu korrigieren. Hat man einen gute Tai Chi Schule gefunden und bekommt regelmäßig Feedback von einem qualifizierten Lehrer, können Fehler sich nicht festsetzten.

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Üben bedeutet sich zu erinnern

„Der Lehrer zeigt einem nur die Pforte, hin durchschreiten muss der Schüler selbst“. Diese Alte chinesische Weisheit bringt es auf den Punkt, in einer Schule bekommt man lediglich die Informationen. Diese Informationen zu verarbeiten und umzusetzen kann einem Niemand abnehmen. Im selbstständigen Üben erfolgt diese Verarbeitung der Information und die Integration in das eigene Wesen. Der Lehrer begleitet eine während diesem Prozess und unterstützt einen dabei.

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Selbststudium ist für den Fortschritt notwendig

Die verarbeitete Information ist dann die Grundlage auf der jedes weitere Lernen aufbaut. Es beginnt immer mit einem Konzept, einer Idee, die dann aber in die Praxis umgesetzt werden muss. Ansonsten wird nur eine vage Idee auf die nächste aufgesetzt ohne wirkliche Verinnerlichung und wirkliches praktisches Wissen zu erlangen. Man praktiziert dann eine Art „Phantasie Tai Chi“ und erlangt keinen in der Wirklichkeit wirksamen nutzen. Ein leider in der Praxis leider sehr häufiges Phänomen.

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Es beginnt bei den Grundlagen

Dieser Prozess der Transformation von der Idee zur Umsetzung ist derselbe, von der Grundlagenarbeit bis hin zu den höchsten Stufen dieser Kunst. Nehmen wir als Beispiel die Schultern, diese sollten immer entspannt und gesunken sein. Dieses grundlegende Erfordernis in jeder Bewegung bei zu behalten, erfordert ständiges Erinnern und braucht lange Übung um perfekt umgesetzt zu werden. Das selbe gilt für die Korrekte Haltung des Kopfes und die Ausrichtung der Wirbelsäule. Die Form ist die Essenz und ob die Form (=Tai Chi Bewegung beziehungsweise Haltungen) korrekt ist hängt zu 90 Prozent von der korrekten Umsetzung der grundlegenden Prinzipien ab. Ohne regelmäßiges Üben ist dies ein unmögliches Unterfangen. Ohne eine Korrekte Form sind aber auch sämtliche Meditations- und Atemübungen wertlos. Also nur keine Angst vor Fehlern, der einzige Fehler ist eben gar nicht zu üben!

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