Tai Chi in Theorie und Praxis

Der Begriff Wenwu aus dem Chinesischen heißt wörtlich übersetzt – militärisch und zivil. Er nimmt Bezug auf die Beamten in Organisation und Exekutive. Das chinesische Sprichwort „das Meistern von beidem, Wen und Wu“ bedeutet also etwas theoretisch verstanden zu haben und es auch praktisch umsetzten zu können. Den Unterschied zwischen dem Verstehen eines Konzeptes und es auch in der Realität umsetzen zu können wird einem schnell klar, wenn man Tai Chi lernt. Zwischen den beiden Dingen liegt der Zeitraum der Umsetzung und Verinnerlichung eines Konzeptes.

Das Konzept ist die Essenz

Im Sinne des oben erklärten Wenwu Prinzipes gibt es ein gesetzgebendes und ein ausführendes Element. Ein Konzept zu verstehen und anzuwenden – das ist die Kultivierung des Wesens, das ist der Weg des Tai Chi. Der Körper und Geist bewegen sich als gut koordinierte Einheit ohne unnötige Kraftanstrengung und hocheffizient.

Grobe Kraft versus elastische Kraft

Dieser Prozess des Verstehens der Energien und Prinzipien in unserem Wesen entwickelt eine elastische Kraft. Diese ist im Gegensatz zur groben Muskelkraft hocheffizient und schier unerschöpflich. Ein chinesisches Sprichwort sagt: “Die Muskeln arbeiten wenig und essen viel, die Bänder und Sehnen arbeiten viel und essen wenig“. Aber um diese Strukturen zu nutzen muss man die Prinzipien des Körpers verstehen. Die Gelenke sind der Schlüssel um diese Prinzipien zu verstehen.

Kraftvoll bis ins hohe Alter

Auch grobe Muskelkraft ist in der Kampfkunst und ganz allgemein wirksam, ist aber mit Ablaufdatum versehen. Denn diese unintelligente, unwissende Kraft wird mit dem Alter immer geringer und ist limitiert. Ganz im Gegensatz dazu die intelligente, elastische Kraft des Körpers, die einmal entwickelt bis ins hohe Alter erhalten bleibt. Dieses Wissen um die Prinzipien des Körpers ist also ein Schatz, an dem man sich bis ins hohe Alter erfreuen kann.

 

 

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