Tai Chi und Persönlichkeitsentwicklung

Das Tai Chi Training zeigt uns immer wieder unsere Grenzen auf, eröffnet aber gleichzeitig Möglichkeiten diese Grenzen zu erweitern und schafft damit eine gute Basis für die persönliche Entwicklung.

Körperliche Grenzen

Gezielter Krafteinsatz, Spannung und Entspannung wechseln nach dem Yin Yang Prinzip und bedingen sich gegenseitig. Wenn ausreichend Kraft vorhanden ist, fällt auch die Entspannung leichter und die Bewegungen können ruhig, entspannt und gleichmäßig fließend ausgeführt werden. Wenn der Körper die für die Schritte nötige Muskelkraft (noch) nicht aufbringen kann, hat dies Auswirkungen auf die Konzentrationsleistung und das Gleichgewicht, unter Umständen auch auf mögliche Überbelastungen in den Gelenken. Das heißt, auch jemand, der mit Tai Chi vorrangig einen Entspannungseffekt erzielen möchte, sollte die Kraftkomponente nicht außer Acht lassen und die entsprechenden Aufbauübungen mit einbeziehen.

Für die meisten Grundpositionen ist eine gewisse Flexibilität Voraussetzung, und diese Flexibilität sollte nicht nur ein Trainings- sondern ein Lebensziel sein. Beweglichkeit ist essenziell mit dem Wohlbefinden und einem Freiheitsgefühl verknüpft und kann vielen körperlichen Abnützungserscheinungen vorbeugen. Dehnübungen sind ein wichtiger Bestandteil des Trainings. So soll vor allem vermieden werden, dass eine körperliche Anstrengung und Belastung sich aufgrund einer Unbeweglichkeit – beispielsweise in der Hüfte – einen anderen Ausweg suchen muss und so z.B. in Rückenschmerzen mündet.

Ausdauer zu trainieren und zu fördern wirkt sich positiv auf den ganzen Alltag aus. Ausdauer ist notwendig um eine ganze Form mit anhaltender Konzentration auszuführen zu können.

Gesundheit und Ernährung

Wenn man täglich oder regelmäßig trainieren möchte, wird Gesundheit zunehmend bedeutsamer. Man will sich durch eine Krankheit nicht behindern lassen und versucht sein Immunsystem zu stärken. Qi Gong Übungen oder Zhan Zhuang können sehr hilfreich sein. Auch eine ausgewogene, gesunde Ernährung stärkt den Körper und unterstützt ihn beim Training. So kann das Training also dazu motivieren, dass man sich mit seiner Ernährung auseinandersetzt. Die Auswirkungen der Ernährung sind deutlich spürbar, wenn man abends nach einem langen Arbeitstag noch ein oder zwei Stunden trainieren möchte.

Das Ego besänftigen und stärken

Wer sein Ego mit ins Training bringt, muss zwangsläufig lernen Schläge einzustecken. An jedem Tag ist man in einer anderen körperlichen und psychischen Verfassung. Manchmal gelingen Dinge nicht, die man vorher bereits konnte. Das Training bringt immer wieder an Grenzen, und es wird offensichtlich, wieviel Arbeit noch vor einem liegt. Durch das Tai Chi Training lernt man sich selbst immer besser kennen, man wird achtsam. Durch die erlernte Körperbeherrschung bekommt man ein Gefühl der Sicherheit, was wiederum das Ego stärkt.

Die Mitte finden

Sich ausgeglichen fühlen, im Gleichgewicht sein, in seiner Mitte, zentriert, konzentriert, fokussiert und energetisch – all diese Wörter wirken wie plakative Modewörter, die oft als Werbeschilder ausgehängt werden. Viele Menschen sind auf der Suche nach genau diesen Dingen, aber wie findet man sie oder besser gesagt wie setzt man sie um? Im Tai Chi lernt man, wie Kraftübertragung funktioniert, man lernt seinen Schwerpunkt zu spüren, sein Gewicht zu verlagern und das Gleichgewicht zu halten. Die Aufmerksamkeit für das Zentrum wird geschult, genauso wie die Aufmerksamkeit für das Außen. Konzentration und Bewusstsein werden gefördert. Durch diese Fähigkeiten und Fertigkeiten kann ein Freiheitsgefühl erlebt werden, ebenso Kontrolle bzw. Körperbeherrschung und tiefe Entspannung werden möglich.

Das Verzweifeln aufgeben

Geduld und Durchhaltevermögen werden immer wieder auf die Probe gestellt und täglich geübt. Erste Fortschritte durch das Training werden bald sichtbar, zwischendurch gibt es auch Plateaus, wo scheinbar nichts voran geht – diese gilt es zu überbrücken. Sich Ziele setzen, Ziele erreichen und sich neue Ziele setzen. Es gibt unerschöpfliche Motivationsquellen, so viel zu lernen und zu erfahren. Man lernt das Verzweifeln aufzugeben und erlebt sich als handlungsfähig. „Ändere die Dinge, die du ändern kannst und akzeptiere die Dinge, die du nicht ändern kannst.“ Wenn das gelingt, kann sich eine besondere Stressresistenz aufbauen und jede Alltagsanforderung wird bewältigt.

Seine Ziele erreichen

So wie beim Tai Chi die Bewegungen in ihrer Abfolge natürlich und fließend ineinander übergehen, so zeigen uns Tai Chi und unser Körper auch die Ziele, die wir erreichen können und sollen.

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