Die Atmung im Tai Chi Chuan

In der chinesischen Kultur kennt man einen vorgeburtlichen und einen nachgeburtlichen Himmel. Schauplatz des vorgeburtlichen Himmels ist der Mutterleib, dort wurden wir mit allem Notwendigen über die Nabelschnur versorgt. Bei der Geburt fällt diese Versorgung weg, wir beginnen zu atmen und Nahrung aufzunehmen. Die Energie aus Atmung und Nahrung bildet jetzt die Grundlage für den sogenannten nachgeburtlichen Himmel.

Eine perfekte Kombination

Die Atmung des Neugeborenen ist eine perfekte Bauchatmung und ermöglicht in Verbindung mit dem Superfood – Muttermilch – eine perfekte Versorgung des Organismus. Der Körper ist weich und durchgängig. Blut, Energie und Körperflüssigkeiten können frei fließen. Doch dieser Optimalzustand wärt nicht, wir beginnen feste Nahrung zu uns zu nehmen und die Körperstruktur ändert sich.

Die Atmung verlagert sich

Etwa ab dem 6 Lebensjahr beginnt sich die Körperstruktur und mit ihr die Atmung entscheidend zu verändern. Der Körper beginnt seine Weichheit zu verlieren und die Atmung verlagert sich vom Bauchraum nach oben hin. Aus der effektiven Bauchatmung wird immer mehr eine Lungenatmung, das Zwerchfell bewegt sich nicht mehr ausreichend. Die Atembewegung wird flacher und mühevoller, die Vitalorgane in ihrer Funktion eingeschränkt. Ein immer kleinerer Teil des Körpersystems ist in die Atembewegung involviert und der nachgeburtliche Himmel trübt sich.

Zurück zur Bauchatmung

Die gute Nachricht ist, dass Tai Chi und Qi Gong diesen Prozess umkehren können. Denn der Körper wird wieder weicher und die intensive Arbeit mit dem Becken schafft Raum für den Atem, so dass dieser wieder im Bauchraum Platz findet. Das Zwerchfell bewegt sich wieder mehr, die Funktion der Organe wird verbessert.

Der gesamte Körper beginnt zu Atmen

Durch die bewusste Verbindung der Atmung mit den Bewegungen wird der gesamte Körper in die Atembewegung integriert und damit schrittweise das volle Potenzial unseres Wesens entfaltet.

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