Die Weite und die Tiefe im Tai Chi Chuan

Die meisten Menschen Verbinden mit Tai Chi Chuan anmutige, fließende, runde Bewegungen. Eine schön anzuschauende Choreografie, die schon beim Ansehen beruhigend wirkt. Auch bei mir war diese Vorstellung fest verankert, doch diese zuvor genannten Eigenschaften sind nur eine Seite dieser Bewegungskunst.

Eine neue Dimension eröffnet sich

Schon in den ersten Stunden Unterricht bei meinem Lehrer änderte sich diese Sichtweise schlagartig. Der zweite Faktor, mit dem bloßen Auge nur für den Wissenden erkennbar, ist nämlich die Tiefe der Bewegungen. Der menschliche Körper ist in Schichten aufgebaut. Ein entscheidender Faktor in der Qualität einer Tai Chi Bewegung ist, wenn auch die tiefer liegenden Strukturen aktiviert werden. Dies ist darum so wichtig, weil auf diesen Strukturen die Akkupunktur-Meridiane verlaufen. Nur wenn die Bewegungen Tiefgang haben, werden diese Meridiane aktiviert. Dabei entsteht eine elastische Kraft, die von den Beinen ausgeht, durch den Rumpf fließt und sich in den Händen manifestiert.

Essentielle Energie (Jing) wird aufgebaut

Produziert wird diese federnde Energie durch ein Zusammenspiel der Gelenke mit den Bändern und Sehnen. In den Armen zum Beispiel sind es die Schultern, Ellenbogen und Handgelenke, auf die man sich fokussieren muss. Es entstehen spiralige Bewegungen, die mit Verbindung mit der Atmung ungemein kraftvoll sind.

Das Immunsystem wird aktiviert

Durch die Kombination mit dem kontinuierlichen Fluss und Rhythmus der Bewegungen mit der Tiefe werden die Bewegungen voll und hoch energetisch. Frische Energie durchströmt den Körper, die Atmung wird tief und gleichmäßig, dass Immunsystem aktiviert. Zur gleichen Zeit wird auch das Herz entlastet, denn der Körper wird weicher und macht eine ungehinderte Zirkulation des Blutes möglich. Blumige, anmutige Bewegungen alleine sind zu wenig, es ist die Kombination der Weite mit der Tiefe, die gutes Tai Chi Chuan ausmachen.

Advertisements