Dantian Energieübertragung

Der Dantian ist das Energiezentrum und ist der kleinste Punkt um eine effiziente Krafterzeugung zu ermöglichen. Der kleinste Weg bedarf der geringsten Energie und beinhaltet somit die größte Krafteffizienz. Die Kraftentwicklung über den Dantian zu optimieren ist eines der Grundprinzipien in Tai Chi.

Tai Chi Bewegungen kommen von innen

Lesen Sie diesen Beitrag um die Grundprinzipien von Tai Chi näher zu verstehen. Der Körper ist in kleinere und größere Wege aufgebaut. Da eine Bewegung von innen nach außen geht, sind Füße und Hände das Äußerste. Das Brustbein hat eine stabilisierende Funktion, die alle Unruhen vom Dantian spürt und die Schultern somit entspannt und ausgleicht. Der Kopf ist dem Himmel am nächsten und steuert mit seinem verlängerten Hebel nach außen die Fuß- und Hand-Gewichtsverlagerungen direkt. Unsere Kraft kann somit in jeden Bereich des Körpers verlagert und gesteuert werden – keine Bewegung sollte kraftlos sein.

Kraft ist sowohl aktiver (Yang) und passiver (Yin) Natur. Das Paradox ist, dass Yang von außen nicht erkennbar ist und Yin von außen sich bewegt, da die Yin Bewegung mit dem Dantian verankert und mitgeht. In Tai Chi geht die Yin und Yang Struktur meist diagonal über den Dantian.

Interferenzen

Damit Energie effizient übertragen werden kann, sollten Interferenzen, die zwischen dem Weg liegen, nicht entstehen. Jede weitere Bewegung, die Innerhalb des Krafthebels liegt, ist kontraproduktiv.

Hier einige Grundregeln zur Kraftübertragung:

  • Ellbogen bewegen sich nicht.
  • Bewegungen kommen aus der Hüfte.
  • Das Brustbein wackelt während Schrittverlagerungen nicht.

Die Kreislaufzirkulation sollte mit der Atmung angeregt, und die Meridiane stabil und ruhig gehalten werden um daraus den Kraftweg (Qi) zu optimieren. Wird die Verbindung der Meridiane durch andere Bewegungen unterbrochen, ist sowohl die innere Stimulation, als auch die äußere Kraftwirkung, beeinträchtig.

Yin Bewegungen

Sind Bewegungen ruhiger Natur. Der Krafthebel bleibt unbewegt und hat über die vorteilhafte Position den besten Winkel und somit die beste Übertragung. Akkumuliert man die Intention der Übung mit dem Blick, hält sich der Fokus von innen nach außen aufrecht ohne mit dem Blick direkt zu kontrollieren sondern zu folgen.

Die ausgleichende Yang Bewegung dazu:

Yang folgt entgegen dem Schwerpunkt und ist somit im Raum unbewegt und kann damit optisch von außen nicht an den Händen und Füßen differenziert werden. Die Yang Bewegung fordert die Yin-Intention und harmoniert im Zusammenspiel aus der Ruhe. Yang Bewegungen entstehen meist aus einem Öffnen der Meridiankanäle und gehen in ein „Halten“ oder „Klammern“ über um einen Stoß (Yin) oder um andere sonstige Yin-Bewegungen zu stärken. Yang Bewegungen sind auch wichtig um die Schwerpunkt-Balance auszugleichen und sind die treibende Kraft jeder Bewegung, ohne Kraft (Yang) kann keine Richtung und keine Intention existieren.

Gleichzeitig und Zusammen

Das gleichzeitige Harmonieren (Koordinieren) von Yin und Yang ist der Schlüssel zu einer ausbalancierten Bewegung. Alles entsteht aus der Ruhe in eine Kraftrichtung und von dort zu einer Kraftentwicklung bis die Bewegung letztendlich wieder in der Ruhe landet. Das ständige Ausdehnen und Zusammenziehen dieser zwei Kräfte und dessen Kontrolle zu bewahren ist die Kunst des Tai Chi und kann nur stattfinden wenn:

  • Alle Bewegungen des Körpers gleichzeitig anfangen und aufhören
  • Kraftaufbau (Spiraldynamik: siehe Beitrag) und Kraftabbau (Entspannung) geht immer gleich schnell und überlaufend (langsam gradual fließend).
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